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THW Kiel von 1904

Glosse, THW Kiel - TuS Nettelstedt

Christian Zeitz

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Glosse: Ohne Worte …

12.05.2010
Mir kann man ja wirklich viele Attribute andichten - nur eines passt wirklich selten: Sprachlosigkeit.

Doch heute ist tatsächlich so ein Tag, denn was ich gerade eben etwas über 60 Minuten in der Ostseehalle sehen musste, hat mich jenseits von Stimmbandentzündung und Bronchialkatarrh wirklich sprachlos gemacht. Da reist der Tabellenzehnte der Handball-Bundesliga beim Tabellenzweiten an. Alles Jungs, die sich aus der Liga oder sogar aus ihren Original-Heimatländern gut kennen und mögen. Alles Sportler, deren Körper und dessen Gesundheit ihr Kapital sind. Eine Verletzung ist nicht nur schmerzhaft und störend, sie kann unter Umständen sogar Karrieren beenden und Existenzen vernichten. Warum also so etwas riskieren, einem Kollegen schaden? Warum, wenn es um ein faires Spiel, um einen schönen Sport gehen soll. Sport soll Spaß machen, soll unterhalten, soll im besten Fall sogar der Gesundheit dienen. Auch im Profisport? Anscheinend nicht. Vor allem nicht, wenn es um so viel geht wie um den Erhalt im Mittelfeld einer Liga.

Denn dann wird mit einer ungewohnten Härte gespielt, die nicht nur euch in der in den ersten Minuten mal wieder sehr müden Ostseehalle, doch aus eurem verdienten Feierabendschlaf geweckt hat, sondern auch bei den meisten der Verantwortlichen für so einiges Kopfschütteln und Unverständnis gesorgt hat. Sicherlich, Handball ist keine Rhythmische Sportgymnastik – aber kaum bin ich mal zwei Minuten am „Bäumchen“, sehe ich bei meiner Rückkehr in die Halle einen schwarz-weißen Rechtsaußen sich vor Schmerzen krümmend am Boden liegen.

Während ich mich bei meinem Sitznachbarn noch nach dem „Tathergang“ erkundige, erzählt der mir doch glatt, dass ein weiter Kieler Spieler bereits nach einem ebenso schweren wie unnötigen Foul mit einer Knieverletzung auf der Bank Platz genommen hat. Und so zieht sich die sportliche Attacke weiterhin durch ein sehr unschönes Handballspiel, bei dem vor allem zwei der Beteiligen geglänzt haben. Leider nicht durch besondere Leistung, sondern insbesondere durch eine sehr unsensible Auslegung des Begriffes „Stürmerfoul“ und andere fragwürdige Aktionen. So lassen sie solange auf einen Spieler eindreschen, ohne dieses zu ahnden, bis eben dieser die Nase voll hat. Und von der Platte geschickt wird. Umgehend. Das ist absolut unverständlich und so langsam wirklich ermüdend. Ich mag das nicht mehr schauen. Und ich mag nicht, dass in meiner Halle die gegnerische Mannschaft mit Rufen wie „Scheißverlierer“ aus der Halle geschrien wird. Das haben wir nicht nötig. Denn die Antwort haben die Jungs sowohl den Hitzköpfigen als auch den Unparteiischen gegeben. Das 34:26 auf der Anzeigetafel spricht eine eigene Sprache. Also hoffen wir weiter auf einen schönen Sport, faire Spiele und kompetente Spielleiter. Ihr wisst ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

In diesem Sinne: Gute Besserung für Momir + Filip. Und Kopf hoch Zeitzi.

Euer Kleindaddel

PS: Ich finde es unglaublich, wie die Jungs das immer wieder schaffen, nur wenige Augenblicke nach Abpfiff fröhlich schwatzend und lachend mit den „Gegnern“ Richtung Umkleide zu spazieren. Aron und Börge konnten. Prima. So mag ich Sport.

Quelle: kleindaddel