Neuigkeiten Der Verein Bildergalerien Saison 2009/2010 Archiv
THW Kiel von 1904

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© Renate Butler 2007

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Glosse: Ohne Worte …

12.05.2010
Mir kann man ja wirklich viele Attribute andichten - nur eines passt wirklich selten: Sprachlosigkeit.

Doch heute ist tatsächlich so ein Tag, denn was ich gerade eben etwas über 60 Minuten in der Ostseehalle sehen musste, hat mich jenseits von Stimmbandentzündung und Bronchialkatarrh wirklich sprachlos gemacht. Da reist der Tabellenzehnte der Handball-Bundesliga beim Tabellenzweiten an. Alles Jungs, die sich aus der Liga oder sogar aus ihren Original-Heimatländern gut kennen und mögen. Alles Sportler, deren Körper und dessen Gesundheit ihr Kapital sind. Eine Verletzung ist nicht nur schmerzhaft und störend, sie kann unter Umständen sogar Karrieren beenden und Existenzen vernichten. Warum also so etwas riskieren, einem Kollegen schaden? Warum, wenn es um ein faires Spiel, um einen schönen Sport gehen soll. Sport soll Spaß machen, soll unterhalten, soll im besten Fall sogar der Gesundheit dienen. Auch im Profisport? Anscheinend nicht. Vor allem nicht, wenn es um so viel geht wie um den Erhalt im Mittelfeld einer Liga.

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Glosse: Supporting role

06.05.2010
So, nun ist es endlich mal Zeit für eine Entschuldigung. Zum einen, dass mich die beiden letzten Spiele so mitgenommen habe, dass ich nicht in der Lage war, einen vernünftigen Text zu verfassen.

Doch es war wirklich so aufregend und ich habe mich so gefreut, dass ich allein in meinem Wohnzimmer auf und ab gehüpft bin und mich gefreut habe (Hinspiel) und wie ein Depp die Plastepatsche geschwungen und gegrölt und gesungen habe (Rückspiel), dass ich schier irre war. Außerdem fokussierte sich meine Freude wieder so sehr auf einen einzelnen Spieler – und jedes Mal eine Ode an Christian Zeitz – das wollt ihr ja nun auch nicht lesen.

Heute nun also back to Tagesordnung, wobei da gleich die zweite Entschuldigung fällig ist, da ich mich in Anglizismen verrenne, aber manchmal gibt unsere schöne Sprache einfach nicht das her, was ich ausdrücken will. Und da ich ja weitgereist und mehrsprachig bin – ein globales Zebra also – bediene ich mich manchmal gern bei unseren Nachbarn.

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Glosse: Prominent!

22.04.2010
Mann, ist das heute ein Tag! Anstatt wie sonst in Sneakers und Shirt stolziere ich heute in Highheels und drei „beanzugten“ Kerlen in die Ostseehalle und nehme dabei keineswegs den sonst so wenig repräsentaiven (wenn auch von vielen Fans darum beneideten) Spieler- aber auch Hintereingang, sondern klettere formvollendet die Freitreppe in die Business-Lounge empor, wo mich Kollegin Pipke als V.I.P.-Betreuerin auf Herzlichste begrüßt (wenn auch ein wenig irritiert – was hat ein kleines Zebra bei den wichtigen Leuten zu suchen?).

Eine Stunde ist es noch bis zum Anpfiff und hier herrscht alles andere als eine sportliche Atmosphäre – im Gegenteil: statt nach verschwitzten Socken und alten Turnbeuteln duftet es hier nach leckeren Speisen und teurem Parfüm. Man plaudert ein wenig in gedämpfter Lautstärke – ich glaube, NICHT über Handball und ärgert sich hie und da ein wenig darüber, dass man das Fußballspiel der Bayern-Millionäre heute in der Glotze verpasst, dafür aber Handball-Tausendionäre live sehen muss. Nun denn. Ich sehe sie ganz gern, traue mich aber kaum, es zuzugeben. Also stelle ich mich erstmal am Bufett an.

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Glosse: Legenden …

Eine Legende ist es ja bereits, das Nordderby. Der Tag, dem alle Fans seit Wochen, gar Monaten entgegen fiebern. Nur zwei Mal im Jahr ist es soweit und gestern war wieder der große Tag.
Doch: Wo bleibt das große Kribbeln? Ist es mit den Tonnen von Antibiotika, die ich die letzten Tage mir einverleibt habe, quasi weg gedopt worden? Erstaunlich gelassen pilgere ich zu recht später Stunde in die Arena und merke (zunächst) kaum einen Unterschied.
Die Kollegen stehen wie immer auf eine letzte Zigarette vorm Spielereingang – aber Ops!: Das sind ja doch 'ne Menge! Nicht nur die übliche Kieler Presseschar, oh nein! Ich sehe gar den alternden ZDF-Kollegen, der eigentlich nur auftaucht, wenn er einen Skandal wittert (oder wenn der Turnverein Hassee Winterbek seine jährliche Jahreshauptversammlung im Vereinsheim im Krummbogen abhält) und eine Begnung der Erzrivalen schreit ja geradezu nach Skandalen. Sei es, das Christian Zeitz mal wieder böse Bälle gen Flensburger Torhüter schleudert oder dass der verletzte Kapitän nun doch in letzter Sekunde aufläuft (der größte Medienbetrug aller Zeiten!) oder dass … Is' auch egal, wenigstens er ist dabei! Ich sehe zu, dass ich auf Abstand bleibe, denn Männer, die gleich zwei Ringe an einer Hand tragen, sind mir eh' suspekt.

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Glosse: Es ist vollbracht!

05.04.10
Und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen haben unsere Jungs das Viertelfinale mit Bravour und Anstand erreicht, zum anderen habe ich diesen schweren Abend ebenfalls mit Bravour aber weniger Anstand hinter mich gebracht. Für wen dieses Unterfangen schwieriger war, vermag ich nicht zu sagen. Denke ich an Markus‘ Wade und Zeitzis Wutausbruch nach den zweiten Zwei-Minuten, würde ich sagen: für die Jungs. Horche ich in mich hinein und denke an mein kleines gebrochenes Fan-Herz, dann würde ich sagen: für mich.

Denn Handballspiele gibt es noch viele – auch für Markus, mit oder ohne schmerzende Wade und auch Herr Zeitz wird sich noch häufiger schmollend auf die Bank setzen. Aber eines wird mit Sicherheit nicht wieder geschehen: Pelle Linders wird nie wieder in der Ostseehalle Handball spielen. Nie wieder. Und das ist so traurig. Der schönste und netteste und höflichste Kreisläufer der Welt! Ach.

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Ich kann Telepathie!

31.03.10
Es gibt Tage, an denen muss man Prioritäten setzen. Heute ist so ein Tag. Zum einen ist da das Heimspiel der Jungs gegen meinen Zweitlieblingsverein, das ich im Leben nicht verpassen möchte, zum anderen ist da die Gesundheit, die einfach sagt: „Du gehörst ins Bett, ins Bett, ins Bett!“ Und da am Wochenende der schönste Handballer der Welt zum wahrscheinlich letzten Mal nach Kiel kommt, muss ich heute darauf verzichten, den zweitschönsten Handballer der Welt von Anfang an auf der halbrechten Außenposition zu bewundern, der just in diesem Moment einen wahren Hammer im Tor versenkt. Ach!

Könnte ich, würde ich jetzt jubeln – auch, weil Titi grad mal wieder sensationell gehalten hat. Doch meine Stimme ist irgendwie mal wieder im Laufe des Tages verlustig gegangen – außer mir scheint das aber anscheinend niemanden gestört zu haben.
Na ja, nun friste ich mein Dasein auf der heimischen Couch, gewandet in ein lustig schwarz-weiß geringeltes Freizeit-Outfit und dick eingemummelt unter der Kuscheldecke und suche meine Freunde in der Halle.

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And the Oscar goes to …

07.03.10
Die Verleihung der Academy Awards ist DAS jährliche Highlight für jeden Filmschaffenden. Am 7. März (also heute) werden sie feierlich und mit viel Bimbamborium in Los Angeles verliehen. Da in Kiel ja aber die Uhren bekanntlich anders gehen, haben wir uns gedacht, wir ziehen die Verleihung einfach mal vor.
Und während „drüben übern Teich“ Leonardo noch sanft schlummert, George seine Dankesrede träumt und die Damen sich seelisch auf den Walk on the Red Carpet vorbereiten, rollen wir in Kiel einen schicken blauen (klar, bei so viel Ostseenähe) aus und lassen die diesjährigen Nominierten schon mal aufs Parkett. Die da wären in der Kategorie:

  1. Beste Regie: Filip Jicha, Daniel Narcisse und Aron Palmarsson
  2. Bester Hauptdarsteller: Andreas Palicka, Aron Palmarsson und Igor Anic
  3. Bester Nebendarsteller: Christian Zeitz, Christian Sprenger und Tobias Reichmann

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Jeopardy!

28.02.10
Eigentlich fand ich dieses Ratespiel schon immer ein bisschen bekloppt. Ich kann mich noch gut an den Sommer '88 erinnern, wo es mir zum ersten Mal in den USA begegnete, und meine amerikanische Verwandtschaft total darauf abfuhr und im Chor immer begeistert als Lösung rief :“What is a …?“ Ich konnte es einfach nicht nachvollziehen. Warum kann ein Quizmaster nicht eine anständige Frage stellen und der Kandidat antwortet mit einem Aussagesatz? Das ist doch logisch. Stellt euch mal vor, ich würde diesen Text in diesem Stil schreiben. Das würde sich so anhören: „Es spielt in der ersten Sieben. Es wirft. Es trifft. Es redet mit dem Trainer.“ „Ist es ein Zeitzi?“ Bingo, 100 Punkte und einen Einkaufsgutschein von Familia!!! Ist das nicht toll? Hat der Junge heute nicht Spaß gemacht?

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Kuschelzeit

21.12.09
So, das war‘s nun also. Das Spiel der Spiele. Der Tag, dem die Handballfans und sämtliche Handballjournalisten und solche, die sich dafür halten, seit Monaten entgegen fieberten. Der 20. Dezember, der 4.Advent, vier Tage vor dem großen Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Und genau so kam mir dieser Tag auch vor. Draußen ist es klirrend kalt, -10°C zeigt das Thermometer draußen vor der Halle. Allein die Anfahrt ist eine Schlitterpartie – wollen wir hoffen, dass drinnen alles „glatt“ geht.

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Winke, Winke!

13.12.09
Heute war mal wieder so ein Spiel, bei dem ich mir ganz war, dass die ganze Ostseehalle eine große Familie ist. So viele Leute kennt man, kennen einen, trifft man wieder oder kommen einem wenigstens bekannt vor.
Das fängt schon auf dem Weg in die Halle an: grüßen hier, nicken da „sehen wir uns nachher noch?“; „klar, wir sind da – wie immer!“; „auch hier?“; „hey, lange nicht gesehen!“ – und schwupp, ist die nette Abendbegleitung abhanden gekommen. Mist.

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Grütze

30.11.09
Grütze ist ein ein sehr leckeres, sehr norddeutsches Dessert. Es wird übrigens auch auf skandinavischen Speisenkarten sehr häufig angeboten. Ob es diesen Beerenkompott allerdings auch auf Island gibt, vermag ich nicht zu sagen. Trotzdem ist das noch lange kein Grund, eine ganze Halbzeit eine komplette Grütze zusammen zu spielen. Ich muss schon sagen, ich habe mich geärgert. Und gepöbelt. Was war denn los mit „uns“?
Nicht nur, dass der nicht spielende Teil der Mannschaft wie die Ölgötzen auf der Bank saß und ein wenig dämlich aus der Wäsche schaute (wo war eigentlich Mini der Motivator?), auch das Publikum schien eingelullt von Punsch und Mutzen den Ernst der Lage tatsächlich erst erkannt zu haben, als die Gäste mit fünf (!) Toren von dannen gezogen waren.

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Jedes Kind bitte nur eine Tröte …

15.11.09
Genauso wie in dem Monty Python Film muss es vor etwa fünf Stunden im Eingangsbereich der Ostseehalle zugegangen sein: „Jedes Kinde bitte nur eine Tröte und dann rechts rum, in den vierten Rang, Block B2!“ Denn genau dort haben sie alle gesessen. Strahlend, mit roten Backen und – trötend! Und das direkt hinter mir!

Willkommen in der CL-Saison 2009/10 – ich bin nicht nur dabei, sondern mittendrin. Bravo!
Endlich, nach monatelanger CL-Abstinenz hat mich der europäische Handballzirkus wieder. Und ich merke, ich werde älter.

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Glosse: Was macht eigentlich…?

26.10.09
Ich lese ja diese Geschichten immer total gern. Oder gucke das im Fernsehen. Was aus alten Filmschauspielern oder Popstars geworden ist. Oder auch aus Sportlern. Das ist dann ja schon immer ganz ulkig, die Helden von damals, die man in kurzen Hosen und mit gestählten Körpern in Erinnerung hat, nun leicht untersetzt und mit schlecht sitzenden Anzügen in grottigen Homestorys im Nachmittagsprogramm der Dritten zu sehen.
Gestern beschlich mich allerdings auch so ein Gedanke, als ich in der Halle saß und diesen grandiosen Rechtsaußen des THW sehen durfte: Was macht eigentlich – wie er noch gleich? Vitali Karativnic?

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Glosse: Derbyzeit

15.10.09
Wenn mich eines in meiner Handball-Live-freien-Zeit in den letzten Wochen echt genervt hat, dann ist es die wirklich THW-feindliche Berichterstattung der TV-Anstalten. Als es ob es nicht genügen würde, dass Schmutzgazetten, angeführt von einem mehr als fragwürdigen Sportchef, Schimpf und Schande über die THW-Fans (also UNS!!!) ausschütten, so habe ich dieses Lamentieren der vermeintlichen Handballexperten auf den beiden (!) Sportkanälen über die angeblich so schlechten Leistungen der Kieler echt die Nase voll. Ich frage mich außerdem, ...

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Glosse: Talentscout

20.09.09
Da man ja bekanntlich immer mal über den Tellerrand schauen soll und Talentshows und Nachwuchswettbewerbe auch im TV immer noch Quote haben, machte ich mich am Samstag Abend mal auf den Weg in die Helmut-Wriedt-Halle, in der sich das THW-Junior-Team anschickte, in der Regionalliga die Mannen aus dem schönen Oranienburg nieder zu kämpfen.

Schon auf dem Parkplatz war mir klar, dass dieses Event durchaus mit der Schwesterveranstaltung mithalten konnte – einen Parkplatz gab es auf den ersten Blick nämlich nicht.

Auch an der Kasse das gleiche Spiel wie bei den Großen: Bevor man sein heiß begehrtes Ticket in den Händen hält, heißt es erst einmal: Warten. Was allerdings weniger daran liegt, dass noch 10.000 andere eine Einlasskarte begehren, sondern vielmehr daran, dass die fleißigen Helferlein noch mit X anderen Dingen beschäftigt sind – und wer verlangt schon eine Multitasking-Fähigkeit im Ehrenamt?

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Lieber Herr Lindgren

09.09.09

Lieber Herr Lindgren,

so geht es nicht. Da habe ich schon mal wieder den Premiumsitzplatz in der zweiten Reihe, also direkt hinten Ihnen und Ihren Spielern, kann eigentlich hervorragend sehen, hören, riechen und was sonst noch alles zu einem vernünftigen Handballabend dazu gehört und dann das: Sie scharwenzeln die komplette erste Halbzeit mit entblößten Rücken und knackigen Hintern vor meiner Nase herum, so dass ich mich kaum auf das Spiel, geschweige denn auf die boshaften Attacken des doch eigentlich so netten Oliver Roggisch konzentrieren kann. Und wenn Sie sich dann noch umdrehen und mich hinreißend anlächeln, dann habe ich doch fast vergessen, dass eben der Herr Roggisch mal wieder unserem Marcus Ahlm den Ellenbogen erst in die Rippen und dann ins Gesicht gerammt hat und ich ja eigentlich THW-Fan bin. Solch ein Verhalten ist höchst unsportlich, Herr Lindgren, macht Sie aber überaus sympathisch. Eigentlich klar, dass das einzig Gute der Löwen aus dem hohen Norden kommt.

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